Sanitas Per Aquam

Unser Wasser - und wir >>> die aktuellen Gutachten

zuerst das, was aus der Leitung kommt - unsere Trinkwasserqualität

 

Wasserwerte

Mag sein, dass an der Oberfläche Algen schwimmen,
mag sein, dass der permanente (gewollte?) Hochwasserstand Stege, seenahe Uferbereiche bis halbe Grundstücke überschwemmt und auch tief gelegene Keller anfüllt -
das Wasser ist jedenfalls in einer besseren Qualität als je zu vor.
Sollten Sie einmal - Gott bewahre - dem Ertrinken nahe sein, gesundheitschädlich ist das Wasser jedenfalls nicht!
Der "Große" hat Top Qualität, der "Kleine" hat Standardqualität:
Wie der Unterschied bei der direkten und unmittelbaren Verbindung (Großer rinnt über den Kleinen in den Abfluss??) möglich ist, können nur Sachverständige erklären.

Seit Sommer 2017 sorgt nun TIBEAN für die weitere Verbesserung unserer Wasserqualität.
TIBEAN ist keine normannische Göttin, die wasserverschmutzende Seeanrainer in die Tiefe zieht, auch ist es keine neue tibetische Heilslehre, sondern lediglich der Terminus Technicus für die etwas langatmige Bezeichnung der Tiefenwasserbelüftungsanlage.
Diese wurde nun nicht installiert um Tauchern oder Fischen den Aufenthalt in unserem Tiefsee zu verschönern, sondern dient in erster Linie der Verfestigung unseres Seebodens, damit der Schlamm keine Früchte trägt, die dann in unschönen Algenteppichen geruchsbelästigend unsere Seeoberfläche verunstalten.

Etwas technischer beschreibt es Dr. Donabaum von der DWS Hydro-Ökologie GmbH, die Firma, die unsere TIBEAN installiert hat und deren Ergebnisse überwacht:

Die  Funktionsweise eines TIBEAN:
Die Anlage stellt ein geschlossenes System dar. Sie besteht – sehr vereinfacht gesprochen – aus 2 senkrecht im Wasser stehenden Rohren. Das dünnere Rohr reicht bis in eine Tiefe von 10m und dort befindet sich die Ansaugpumpe und ein Verdichter. Das dickere Rohr endet in einer Tiefe von 7.5m, es umhüllt und umschließt bis in diese Tiefe vollständig das dünnere Innenrohr und obenauf befindet sich ein Deckel. Im dünnen Rohr wird aus der Tiefe das sauerstofffreie, bzw. sauerstoffarme Wasser angesaugt und mit Luft die in einem dritten kleinen Rohr von oben nach unten angesaugt wird vermischt. Das Wasser Luft Gemisch wird nach oben gedrückt. Auf dem Weg nach oben löst sich der Sauerstoff aus der Luft ins Wasser. Das mit Sauerstoff angereicherte Tiefenwasser kommt nun in den sogenannten Entgasungstopf. Das ist der mit einem Deckel verschlossene Teil des dicken Außenrohres. Dort entweichen dann Luftblasen und andere gasförmige Bestandteile der normalen Umgebungsluft. Und jetzt - ohne Temperaturaufhöhung und ohne mit dem Oberflächenwasser je in Berührung gekommen zu sein (weil ja immer im Rohr) – strömt das Wasser im dicken Rohr sofort zurück in die Tiefe.
In der Tiefe aber sorgt der eingebrachte Sauerstoff dafür, dass sich kein Schwefelwasserstoff bilden kann und dass es zu keinen Rücklösungen von Nährstoffen aus dem Sediment kommen kann und verhindert so letztlich dass sich die Schwebstoffe dort anreichern.
In den ersten Tagen bis einige Monate nach einer erstmaligen Belüftung kann es dazu kommen, dass sich im Entgasungstopf Schaum bildet (das ist praktisch geschlagenes Eiweiß) und die Schaumbildung kann über einige Zeit intensiv sein, sodass ein wenig von dem Schaum durch die Löcher im Deckel blubbert und dann ins Oberflächenwasser kommt. Das ist in den ersten Tagen nach der Inbetriebnahme im Jahr 2017 auch so gewesen und daraufhin haben wir die täglichen Einschaltzeiten so gewählt, so dass auch das nicht passiert. Jetzt – nach einem Jahr - finden sich auch für die Schaumbildung keine Anzeichen mehr.
 Die Schichtung zerstören oder umwälzen das ist das was man überhaupt nicht will und was auch unbedingt vermieden werden muss. Und genau dafür wurde dieses spezielle Prinzip des Belüftens entwickelt. Dass ebendiese Schichtungen nicht zerstört werden überwachen wir außerdem mit einer online Messeinheit, die uns Daten zu chemisch-physikalischen Parametern liefert, die wir jederzeit im Internet abrufen können. Ich selbst schau mir die Daten mindestens 2 mal täglich an und ich kann versichern, dass die Schichtung da ist und nicht gestört wird oder wurde.

Prüfbericht DWS 2018 >

 

 

Parameter - Werte-Vergleich (Tabelle)

 

Großer See Kleiner See
Sommer 2020 Sommer 2020

Das Wasser des großen Sees entspricht ... den Anforderung der Önorm M6230 und ist für Badezwecke geeignet. Die Unterschreitung der geforderten Mindesttiefe und der leicht erhöhte TOC können angesichts der ansonsten einwandfreien Wasserqualität toleriert werden.

Das Wasser des kleinen Sees entspricht ... den Anforderung der Önorm M6230 und ist für Badezwecke geeignet. Die Unterschreitung der geforderten Mindesttiefe, der leicht erhöhte TOC sowie der erhöhte Gehalt an Gesamtphosphor können angesichts der ansonsten einwandfreien Wasserqualität toleriert werden.

Sommer 2019
Sommer 2019

Das Wasser des großen Sees entspricht ... weitgehend den Anforderung der Önorm M6230 und ist für Badezwecke geeignet. Die Unterschreitung der geforderten Mindestiefe und der erhöhte TOC können angesichts der ansonsten einwandfreien Wasserqualität toleriert werden.

Das Wasser des kleinen Sees entspricht ... weitgehend den Anforderung der Önorm M6230 und ist für Badezwecke geeignet. Die Unterschreitung der geforderten Mindestiefe, der erhöhte TOC und die geringfügige Überschreitung der Höchstgehalte an Phosphorverbindungen und Chlorophyll können noch toleriert werden. Zur Aufrechterhaltung einer zufriedenstellenden Wasserqualität sind eine Verringerung des Fischbestandes (kleiner See anm. d Vf.) und ein regelmäßiges Entfernen abgestorbenen Pflanzenteile aus dem Wasser anzuraten

Sommer 2018
Sommer 2018
Die Unterschreitung der geforderten Mindestsichttiefe, der erhöhte TOC und der leicht erhöhte Chlorophyllgehalt des Wassers können im Zuge der Gesamtbeurteilung derzeit toleriert werden. (Sommer 2018)
Sommer 2016 August Sommer 2016 August
Sommer 2016 Juni Sommer 2016 Juni
Sommer 2015 Sommer 2015
Frühjahr 2014 Frühjahr 2014
Sommer 2013 Sommer 2013
Sommer 2012 Sommer 2012
Frühjahr 2011 Frühjahr 2011
Herbst 2009 Herbst 2009
Großes Gutachten 2008
Frühjahr 2008 FJ 2008
Frühjahr 2005 Frühjahr 2005

2003 - Fäkalien im See - Badeverbot - Bilder

Erklärung und Bedeutung der wichtigsten Überwachungsparameter

Wetter - Temoperatur:
Das Wetter hat einen entscheidenden Einfluß auf die Wasserqualität. Zum einen werden bei schönem Wetter erheblich mehr Verunreinigungen durch die Badenden selbst in das Wasser eingebracht, zum anderen bietet erwärmtes Wasser bessere Vermehrungsbedingungen für Mikroorganismen. Wichtig ist auch der Zusammenhang zwischen Sauerstoffgehalt im Wasser und Temperatur des Wassers.

pH-Wert
Die bei der Überwachung vor Ort gemessenen Parameter pH-Wert und Sauerstoffsättigung beschreiben die im Gewässer ablaufenden biologischen Vorgänge. Der pH-Wert zeigt an, ob ein Gewässer sauer oder alkalisch ist ( pH-Wert 7 = neutral, unter 7 = sauer, über 7 = alkalisch). Reines Wasser hat einen pH-Wert von 7.
Schwankungen des pH-Wertes haben häufig natürliche Gründe. Durch den Photosyntheseprozeß der Algen, insbesondere in Verbindung mit einem übermäßigen Nährstoffangebot, steigt der pH-Wert eines Gewässers an. Durch diese biologischen Vorgänge können pH-Werte bis zu 10 erreicht werden Eine
Überschreitung des pH-Wertes führt nicht zur Schließung des Badesees. Da jedoch in seltenen Einzelfällen Haut- oder Augenreizungen bei besonders empfindlichen Personen auftreten können, wird eine entsprechende Information über die Presse weitergegeben.

Sauerstoffgehalt
Der Gehalt an gelöstem Sauerstoff im Gewässer wird vor allem von der Wassertemperatur beeinflußt; mit zunehmender Wassertemperatur nimmt die Aufnahmefähigkeit des Wassers für Sauerstoff ab. Bei hohen Temperaturen im Sommer werden alle chemischen und biologischen Prozesse beschleunigt, wodurch der Sauerstoffbedarf steigt, während die Aufnahmefähigkeit von Sauerstoff sinkt. (Umweltatlas Berlin)

Die von den Algen produzierte oder von außen in ein Gewässer eingebrachte organische Substanz (z.B. Abwasser, grüne! Blätter von unfernahen Bäumen) wird durch Bakterien abgebaut. Bei diesem Prozeß wird von den Bakterien Sauerstoff verbraucht. So kann im Gewässer ein Sauerstoffdefizit auftreten. In diesem Fall spricht man von einer Sauerstoffuntersättigung, d.h. es ist im Wasser weniger Sauerstoff vorhanden als physikalisch gelöst werden könnte. Schwankungen zwischen 80 und 120 % Sauerstoffsättigung sind für unsere Gewässer natürlich, werden diese Werte über- bzw. unterschritten, kann von einer Störung des natürlichen Gleichgewichtes gesprochen werden. Auf die Badefreuden haben Über- bzw. Unterschreitungen der o.g. Werte keinen Einfluß.

Der Sauerstoffgehalt wird zur besseren Vergleichbarkeit nicht absolut, sondern in Prozent der Sättigung angegeben. Während des Photosyntheseprozesses wird insbesondere von den Algen Sauerstoff an das Gewässer abgegeben. Durch verstärktes Algenwachstum kann mehr Sauerstoff an das Wasser abgegeben werden als es physikalisch aufnehmen kann. Es kommt zu einer Sauerstoffübersättigung, bei der Werte größer 100 % auftreten.
Da bei den meisten Abbauvorgängen im Gewässer Sauerstoff verbraucht, bei starkem Algenwachstum über die Photosynthese aber Sauerstoff produziert wird, können in nährsalzreichen Gewässern beträchtliche Schwankungen auftreten. So sind nicht nur geringe Sauerstoff-Sättigungsindizes, sondern auch ein starker biogener Sauerstoff-Eintrag und damit eine Sauerstoff-Übersättigung ein Indiz für eine Gewässerbelastung. (Umweltatlas Berlin)

Hygienische Bewertung

Bakterologie - Mikrobliologie
Hier sind unsere Seen fast immer in ausgezeichnetem Zustand, d.h. unser doppeltes Kanalsystem funktioniert recht gut. Diee Lage des Sees - großfläche Senkung, viel Regenwasserzufluss + natürlicher Abfluss ergeben eine gute Durchspülung des Sees und damin eine gute bis ausgezeichnete bakterologiesche Bewertung

Um die hygienische Beschaffenheit eines Gewässers abschätzen zu können- insbesondere um die Eignung als Badegewässer zu prüfen - werden Untersuchungen auf Bakterien durchgeführt. Die hygienisch gesundheitliche Bewertung der Badegewässer erfolgt regelmäßig anhand von zwei großen Bakteriengruppen.

Die gesamtcoliformen Bakterien (Umweltkeime )
(sollten unter 500 - müssen unter 10.000 liegen)
umfassen sowohl Keime fäkalen Ursprungs als auch Keime der Umwelt, sie zeigen eine Gewässerverunreinigung an, die aber nicht fäkaler Art sein muß.
Während die Bakterien fäkalen Ursprungs keine oder nur geringe Vermehrungstendenz im Gewässer zeigen, können die Umweltkeime unter entsprechenden Bedingungen eine erhebliche Vermehrung erfahren.
Die Ursache für das Einschleppen möglicher pathogener (gesundheitsgefährdender) Mikroorganismen sind zum einen die Badenden selbst durch Nasen- und Rachensekret sowie durch Urin und Fäkalien, aber auch Vögle- und Entenkot und ein gehäuftes Rattenvorkommen in der Uferzone aufgrund von Müllablagerungen.

Die fäkalcoliformen Bakterien
(sollten unter 100 - müssen unter 2.000 liegen)
sind ausschließlich fäkalen Ursprungs von Mensch und Tier. Sie gelten als Indikator einer direkten fäkalen Verunreinigung.
E-Coli-Bakterien, das Vorkommen in Badegewässern deutet auf fäkale Verunreinigungen hin.
Escherichia coli E. coli ist eine Bakteriengruppe, die z.B. im Darm jedes Menschen vorkommt. E. coli selbst ist in der Regel kein Krankheitserreger; sein Vorkommen gibt jedoch einen Anhalt über die Belastung eines Gewässers mit tierischen und menschlichen Fäkalien. Sind viele Coli-Bakterien enthalten, so liegt eine starke Belastung mit Fäkalwasser vor und die Wahrscheinlichkeit steigt, daß auch Krankheitskeime vorhanden sind.
Enterokokken
kommen in der Umwelt, beim Tier und beim Menschen, sowie in traditionellen Lebensmitteln wie Käse oder Rohwürsten vor.

Salmonellen
(müssen 0 sein)
Bakterielle Krankheitserreger, die bei Menschen Brechdurchfälle mit Fieber hervorrufen können. In Badegewässer dürfen Salmonellen nicht enthalten sein.)

 

Gewässergüt - Chemie

Hier sind unsere Wasserwerte traditiononell nicht so aufregend positiv, zwar meist gut und innerhalb der Toleranzen, aber - auch aufgrund der historischen Gegebenheiten: Braunkohleabbau - eigenartig und machmal erklärungsbedürftig.

Eutrophierung
Ein Hauptproblem für Seen ist die zunehmende Anreicherung mit Pflanzen-Nährstoffen, insbesondere mit Stickstoff- und Phosphorverbindungen. In unbelasteten Gewässern wird das Pflanzenwachstum normalerweise durch die gering vorhandenen Mengen vor allem von Phosphor begrenzt. In einem Gewässer mit geringer Nährstoffzufuhr führt der biogene Stoffumsatz durch die Selbstregulierung der Nahrungskette zu einer gleichgewichtigen Verteilung der an diesem Stoffumsatz beteiligten Produzenten, Konsumenten und Destruenten. (Als Destruent oder Reduzent wird in der Ökologie ein Organismus bezeichnet, der organische Substanz abbaut und zu anorganischem Material reduziert. Diese Organismen sind in der Regel Bakterien und Pilze.)
Zu den wichtigsten Produzenten im Gewässer gehören die Algen. Sie sind in der Lage, aus den anorganischen Nährsalzen organische Substanz aufzubauen, die dann den Konsumenten (u.a. Zooplankton, Fische) als Nahrungsgrundlage dient. Der mikrobielle Abbau abgestorbener Algen, Wasserpflanzen und Fische erfolgt letztlich durch die Destruenten (Bakterien).
Durch das Nährstoffüberangebot (Eutrophierung) vermehrt sich das Phytoplankton so stark, daß tierische Planktonorganismen oft nicht in der Lage sind, dieser Entwicklung ausreichend entgegenzuwirken. Der sich normalerweise selbstregulierende Stoffkreislauf ist gestört, eine Massenentwicklung von Algen ist die Folge. Hauptsächlich in den warmen Sommermonaten kommt es zu Algenblüten, verbunden mit negativen Folgen für das Gewässer. Massenvorkommen von Algen wirken sich vor allem auf das Lichtklima, den Sauerstoffgehalt in Form von Über- und Untersättigung, den pH-Wert und damit auf den Umsatz des anorganischen Stickstoffs aus.
Für einen schnellen mikrobiellen Abbau abgestorbener Algenmassen ist ein hoher Sauerstoffgehalt im Gewässer erforderlich. Da der Sauerstoffgehalt in geschichteten Seen mit der Tiefe abnimmt, (bei uns in Pöttsching - ab 5 m gegen Null !!) sinkt der überwiegende Teil der Algenmassen auf den Gewässerboden; hier findet ein erheblich langsamer ablaufender vorwiegend anaerober bakterieller Abbauprozeß, verbunden mit Faulschlammbildung, statt. (Umweltatlas Berlin)

Orthophosphat-Phosphor (PO4-P)
Phosphat kann im Wasser in verschiedenen Formen vorhanden sein; von den Pflanzen kann der Phosphor jedoch nur in Form des gelösten Orthophosphat-Ions aufgenommen und zum Aufbau körpereigener Biomasse genutzt werden. Der überwiegende Teil der Phosphate stammt dabei aus den häuslichen Abwässern und hier vor allem aus dem Fäkalbereich. Die Verwendung von phosphathaltigen Reinigungsmitteln trägt ebenfalls zur Phosphatbelastung bei. (Umweltatlas Berlin)

Ammonium-Stickstoff (NH4-N)
Neben den Phosphaten sind es vor allem die Stickstoffverbindungen, die den Nährstoffgehalt des Wassers bestimmen. Im Wasser ist Stickstoff sowohl in elementarer als auch in Form von anorganischen und organischen Verbindungen enthalten.
Der organisch gebundene Stickstoff liegt in den Gewässern in Form von Eiweißen vor, die aus abgestorbenen Organismen stammen. Pflanzen können den zum Aufbau ihrer körpereigenen Proteine erforderlichen Stickstoff normalerweise aber nur in Form von Nitrat- und Ammoniumionen aufnehmen. Die im Wasser vorhandenen Stickstoffverbindungen müssen deshalb zunächst entsprechend umgewandelt werden. Diese Aufgabe übernehmen Mikroorganismen, die dafür sorgen, daß die im Wasser vorhandenen Eiweißstoffe abgebaut werden. Andere Mikroorganismen wandeln das dabei entstehende Ammonium unter aeroben Bedingungen (bei Anwesenheit von Sauerstoff) über Nitrit schließlich zu Nitrat um.
In der Zeit mit einer hohen biogenen Aktivität (Frühjahr bis Herbst) verlaufen die Stoffumwandlungsprozesse im Gewässer schneller, so daß analog zum geringeren Ammoniumgehalt ein höherer Nitratgehalt im Gewässer vorliegt. Da Nitrit nur ein Zwischenprodukt bei dieser Umwandlung ist, bleibt der Nitritgehalt im Gewässer meist niedrig. Für die Umwandlung von 1 mg/l Ammonium-Stickstoff zu Nitrat-Stickstoff werden ca. 4,4 mg/l Sauerstoff benötigt. (Umweltatlas Berlin)

TOC - Gesamter organischer Kohlenstoff
Der gesamte organische Kohlenstoff oder TOC-Wert (engl.: total organic carbon) ist ein Summenparameter in der Wasser- und Abwasseranalytik und gibt die Summe des gesamten organischen Kohlenstoffs in einer Wasserprobe an. Er ist das Maß für die organische Verunreinigung der Probe. Zur Ermittlung des TOC-Gehalt wird die Konzentration des gesamten organisch gebundenen Kohlenstoffs im Wasser bestimmt und zumeist mit automatisierten Messverfahren ermittelt. Saubere Quellwässer weisen einen TOC-Gehalt von 1–2 mg/l auf. Schwach belastete Flüsse und Bäche zeigen Werte um 2–5 mg/l. In mesotrophen Seen werden bereits Werte um 5–10 mg/l erreicht, in produktiven Karpfenteichen typischerweise 15–25 mg/l. In stark verschmutzten Gewässern kann der Wert auf über 100 mg/l steigen. Der TOC dient neben anderen Summenparametern zur Abschätzung der Wassergüte. Die Methode beruht auf der Oxidation der im Wasser enthaltenen Kohlenstoffverbindungen und der anschließenden Bestimmung des dabei entstandenen CO2 (Kohlenstoffdioxid). Die Oxidation erfolgt üblicherweise durch die thermische Verbrennung oder alternativ über einen UV-Persulfataufschluss der Wasserprobe, die anschließende Detektion des CO2 mittels Infrarotphotometrie. Die Bestimmung des TOC in der Wasserchemie steht in einer Konkurrenzbeziehung zur Bestimmung des chemischen Sauerstoffbedarfs (CSB).

 

 

 

 


Selbstreinigung
Phosphorgehalt
Tiefenreinigung
Trophie

Unser See - akademisch betrachtet - Dissertation

 

 


 

Schlamm-Problematik

September 2010

Durch die verschiedenen, koordinierte Aktionen konnte die Schlammproblematik 2010 stark reduziert - wenn auch nicht gänzlich beseitigt - werden. Durch Stossablassen des Wasers, durch mechanische Besetitigung mittels eines Spezialbootes, l.b.n.l. durch alternative Fischbesetztung, tratt die Algen heuer, trotz extremer Te,meraturen im Juli, in einem weitaus geringeren Umfang als 2010 auf. Die Gänzliche Besetitigung, so sie überhaupt gelingt, wird noch einige Jahre dauern. Ein geringer Einsatz von Düngemitteln (Blaukorn und alle Phosphor, Kali und Stickstoff enthaltenden Düngemittel sind die Ursache unserer schwimmenden Grünalgen) wäre sehr hilfreich!

 

21.Dez. 2009
Eine Ursachenvermutung und ein Angebot der Firma DWS Hydro Ökologie GmbH liegt vor. Es kostet NUR ca die Hälfte (einer Million!) und erstreckt sich über eine Projektdauer von 5 Jahren.

Die Kosten setzen sich daraus zusammen, dass die Fa. DWS eine umfangreiche Analyse des Gewässers vornimmt - Betauchung, Sedimentproben, umfangreiche physikalisch-chemische biologische Analyse, GIS Modellierungen, ….

Kurzfristige Symptombehandlung (zB Durchspülung) beseitigen zwar die Algenfladen, am Grundproblem ändert sich jedoch nichts. Wir versuchen, mit der Firma DWS langfristig die Ursachen der Probleme zu beseitigen und nachhaltige Verbesserungen herbeizuführen.

Esterhazy haben diesbezüglich mehrere Angebote eingeholt und die Fa. DWS hat sich als Bestbieter herauskristallisiert, nicht zuletzt auch deswegen, da dieses Büro über umfangreiche Referenzen für Seetherapien verfügt. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Sanierung der Alten Donau im Auftrag der Stadt Wien. -->>> mehr dazu

 


Am 6. Juli fand gemeinsam mit Ing. Janisch (Esterházy GmbH) und Dr. Donabaum (DWS Hydro Ökologie GmbH) eine Besichtigung und Begutachtung der Seen statt, es wurden auch Schlammproben entnommen.

Dr. Donaubaum (DWS hat unter anderem auch der Alte Donau in Wien wieder zu Trinkwasserqualität verholfen) kennt dieses "Schwimm-Schlamm-Phänomen" auch bereits von anderen Seen. Die Ursache liegt an zu hohen Nährstoffkonzentrationen in unseren Seen.
Die am Grund abgelagerten Nährstoffe (Phosphor) bilden durch Sonnenlicht (Photosysnthese) Algen (Algenfäden), die mit dem gleichzeitig gebildeten Sauerstoff an die Oberfläche schwimmen. Verstärkt tritt dieses Phänomen an sonnigen Tagen am Vormittag auf. Durch starke Regenfälle, Wind (Wellen) oder längere Schlechtwetterphasen werden diese Algenbildungen wieder zerstört.

Die gute Nachricht - eine weitere Expertise der Bestätigung der "Harmlosigkeit" der Algen.

Die schlechte Nachricht - es gibt keine rasch wirkende Lösung. Die Algen wachsen ununterbrochen nach - solange es die hohe Nährstoffkonzentration im Wasser (und natürlich Sonnenlicht) gibt.

Die Nährstoffe stammen in erster Linie von den diversen Düngemittel, die mehr oder minder direkt in den See gelangen.
>> klassischer Kreislauf: Im Frühjahr werden die Wiesen und Blumenbeete rund um den See kräftig gedüngt, es soll ja alles schön blühen und gedeihen. Der ersten, kräftige Regenguss schwemmt einen Teil der Düngemittel und/oder der gut gedüngten Blätter und Blüten in den See, dort freuen sich die Algen und gedeihen ebenso prächtig - das gefällt dann aber weniger.

Ein Lösungsansatz ist das Ausschwemmen des Sees, das ist bereits begonnen worden, nach Regenfällen wird versucht durch stoßweises Ablassen des Seewassers möglichst viele Nährstoffe aus dem See zu schwemmen. Bei Verdunstung sinkt zwar der Wasserspiegel ebenso, die Nährstoffe bleiben aber im Wasser, d.h. die Konzentration steigt.

Weiteres kann natürlich "mechanisch" gereinigt werden, d.h. Abschöpfen der Schlammpatzen mit Kübel oder Netz. Die Algen sind ein hervorragender Dünger und als Hautpflegemittel (Anti-Aging!!) sehr zu empfehlen. Getrocknet (und mit Tabak vermischt) sollen sie angeblich beim Verbrennen rauschartige Zustände hervorrufen, daher ist das Verbrennen oder "Ver"Rauchen der Algen nicht zu empfehlen.

Ein generelles, lang wirkendes Lösungskonzept wird von der DWS Hydro Ökologie GmbH ausgearbeitet. Jedenfalls werden wir heuer mit den Algen leben müssen.

Ein Abpumpen des Grundschlammes (der nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit den "Schwimmalgen" steht) ist in der Badesaison nicht möglich. Der Grundschlamm (Faulstoffe) ist giftig, beim Abpumpen würde das Wasser verunreinigt und auf Wochen für den Badebetrieb unbenutzbar werden.


Ein paar Beispiele
zum Vergleich der Wasserqualitäten anderer Seen und ein paar Richtwerte..>


Last - but not Least:
SPA als Gesundheitsbegriff - hat nichts mit Sanitas Per Aquam („Gesundheit durch Wasser“), zu tun, das ist eine Volksetymologie, da eine solche Wortverbindung aus grammatischen Gründen im Latein nicht existiert haben kann!
SPA leitet sich vom belgischen Badeort Spa ab. Britische Touristen besuchten Spa seit dem 16. Jahrhundert,und der Name des Heilbads verbreitete sich (seit dem 17. Jahrhundert) zunächst auf den Britischen Inseln ... > mehr